musik für neugierige ohren


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Spielzeit 2016/17


Di - 19.09.17

So - 26.11.17
Ein Hauch von Unzeit

Sa - 13.01.18

Sa - 17.03.18

Sa - 05.05.18

Sa - 16.06.18


Ein Hauch von Unzeit


Unzeit

Der umtriebige Kontrabassist Heiko Maschmann ist in Lübeck kein Unbekannter, schon einige spannende Konzerte hat er in den letzten Jahren gegeben. Diesmal gesellen sich mit Liz Farrell (Flöte) und Marie Yamanaka (Viola) weitere Musiker des Philharmonischen Orchesters Kiel hinzu, den Klavierpart übernimmt Ninon Gloger, Pianistin des RADAR ensemble und künstlerische Leiterin der Konzertreihe.

Alt trifft dabei auf Neu, denn die Werke von Joseph de Boismortier, Thomas Morley und Johann Gottfried Walther stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, erklingen jedoch auf heutigen Instrumenten, so dass eine Brücke entsteht zu Werken der zeitgenössischen Komponisten György Ligeti, Sofia Gubaidulina, Morton Feldman und Klaus Huber. Sie haben sich im 20. Jahrhundert mit der Alten Musik auseinandergesetzt und unterschiedlich daran angeknüpft. So setzt Sofia Gubaidulina in ihrem »Quasi Hoquetus für Viola, Kontrabass und Klavier« ein Stilmittel spätmittelalterlicher Musik ein, das Form bildend das gesamte Stück durchzieht. Während lange Melodielinien sich darüber wie Fangarme ausbreiten, pulsieren darunter nervös kleine Notenwerte. Klaus Huber greift in seinem Werk »Ein Hauch von Unzeit« aus dem Jahr 1972 dagegen ein Thema Henry Purcells auf. Das Werk für variable Instrumente soll im Idealfall hinter Wandschirmen musiziert werden, so dass das Publikum nur den Schatten der Musiker sehen kann. Dabei geschieht eine Idealisierung der reinen Hörsituation, wobei zudem jeder Musiker in seinem eigenen Metrum musiziert, so dass keine geleitete sondern eine nur unbewusste Synchronisation der Stimmen entsteht. Ähnlich zeitlos ist Morton Feldmans Musik, gleichmäßig und so leise wie möglich ziehen die Klänge des Klaviers in seinen „Extensions“ sphärisch ihre Bahnen gleich Sternen im Kosmos.

György Ligeti wiederum rückt die Bratsche als Soloinstrument in den Fokus. Inspiriert wurde er dazu, als er Tabea Zimmermann im Radio spielen hörte. Und auch Ligeti nutzt für seine Sonate für Viola Merkmale des Barock: Mehrsätzigkeit, Lamento, Chaconne und Ostinato (ein Stilmittel, welches Ligeti häufiger benutzt) sind dabei die offensichtlichsten; gleichzeitig nutzt er Mikrotonalität und rhythmische Anleihen aus dem Jazz und der rumänischen Folklore um seine eigene typische Tonsprache zu erreichen.

Ein äußerst vielfältiger Abend mit ungewöhnliche Klangsphären und spannenden Querverbindungen erwartet das Publikum.

So
26.11.17
18:00 Uhr


Essigfabrik
Kanalstraße 26-28
23552 Lübeck
www.essigfabrik-luebeck.de

Erwachsene: 15,- €
Schüler/Studenten: 6,- €

Karten an der Abendkasse und unter 0179/6871145.

Gestaltung: Felix Kroll